Digital Arts and Science 24-26 März 2021, Berlin

Interdisziplinäre Digitalisierungsforschung – Online Abschlussevent des Berliner Hochschulprogramms DiGiTal

Tag 1 – Mittwoch 24. März

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13:00 – 15:00 Uhr

Digitaler Raum

Grußworte

Prof. Dr.-Ing. Dr. Sabine Kunst (Vorsitzende LKRP)

Prof. Dr. Angela Ittel (TU Berlin)

Dr. Sünne-Maria Andresen (Vorsitzende LaKoF)

Eröffnung

Prof. Dr. Juliane Siegeris (HTW Berlin)

Prof. Dr. Susann Fegter (TU Berlin)

Sprecherinnen des wissenschaftlichen Beirats von DiGiTal

Keynote

Prof. Dr. Heidi Schelhowe (Universität Bremen)

Der Körper, die Dinge und die menschliche Interaktion. Ein blinder Fleck in der Informatik?

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15:30 – 17:00 Uhr

Digitaler Raum

Erkenntnis- und Wissensräume
Im dialogischen Aufeinandertreffen dreier Forschungspositionen aus der Musikwissenschaft, den Feminist Science and Technology Studies und dem Design erkundet das Cluster die Möglichkeiten digitaler Erkenntnis- und Wissensräume. Ausgehend von der Frage, wie sich der Mensch in der Welt verortet, will das Cluster in untersuchender und spekulativer Weise das digital-technische Rahmenwerk in dem Wissen und Erkenntnisse erzeugt werden, erforschen. Welche Rolle spielen dabei die Entwicklungen spezifischer Technologien, Medien und Materialien? Verändern diese nicht nur Wahrnehmung und Diskurs, sondern auch reziprok die Materialität und den Gegenstand selbst? Führt Digitalität zur Deterritorialisierung von kulturellem, musikalischem und korporalem Wissen und gibt es Parallelen zu anderen (technischen) Revolutionen, wie etwa der des Notendrucks um 1800? Wie sehen ästhetisch getriebene Ansätze einer Wissensproduktion in den Künsten und im Design aus und worauf verweist der Begriff der Ästhetik? Gibt es ein implizites, im Körper verankertes Wissen, wie drückt sich dieses aus und auf welche Weise werden Sinne und Sinnlichkeit in digitalen Räumen verortet? Und was passiert mit dem ‚Unbewussten’ in einer auf mathematischer Logik basierenden, empirisch-getriebenen Erkenntnisproduktion?
Mathematisierung von Wahrnehmung in digitalen Erkenntnisprozessen
„Leben und Denken sind ein und dasselbe“ (Arendt), ausgehend von dieser Prämisse, lotet der Beitrag den Gebrauch informatischer und mathematischer Methoden und Modelle in der Hirnforschung aus und fragt nach den daraus sichergebenden Möglichkeiten jener Wissensdisziplin, mit deren Hilfe der Mensch, Wissen über den Menschen selbst generiert. Mit Hilfe des Begriffs der Mathematisierung der Wahrnehmung (Fitsch 2016), lässt sich die Geschichte der Übersetzungsprozesse in binär/informatische Technologien nachspüren. Die nicht unumstrittene Mensch/Maschine Parallele in den Wissenschaften vom Menschen, drückt sich in der Mathematisierung des Blicks, der Wahrnehmung und der methodischen Zugänge, aus. Die Bedingungen hierfür wurden zwar durch rechenstarkes Computer- und Maschine-Learning in den letzten Jahren deutlich erweitert, ihre Spuren und Anleihen führen aber weit in die Geschichte der Mathematik und Statistik, wie der Kybernetik zurück und finden sich heute in konnektionistischen Vorstellungen künstlicher Intelligenz und künstlicher neuronaler Netzwerke. Der Beitrag spürt der Erfolgsgeschichte der mathematischen Logik nach, sowie der in der mathematischen Disziplin verankerten Beweisführung und des Wahrheits-Beweis‘, die grundlegend für spezifische Bereiche heutiger digitaler Erkenntnisproduktion geworden sind.

Dr. Hannah Fitsch (TU Berlin)

Beethoven-Räume. Eine virtuelle Begehung historischen Notenmaterials

Die Generierung von musikalischem Wissen durch die massenhafte Verbreitung und individuelle Aneignung orchestraler Beethoven-Kompositionen als Kammermusik-Arrangements ist eines der symptomatischen Phänomene des industriellen Zeitalters. In den Kammern entstanden auf diese Weise Erkenntnis-Räume, deren kulturelle Wirkung lange Zeit unterschätzt wurde. Der Vortrag von Andrea Klitzing dokumentiert die interdisziplinäre Arbeitsweise der Forscherin und Musikerin – er verknüpft die Möglichkeiten der hochaufgelösten digitalen Darstellung einiger historischer Notenausgaben mit der Wiedergabe eines Live-Konzerts, in dem sie Ludwig van Beethovens 2. Sinfonie op. 36 mit ihrem Ensemble rund um einen originalen Wiener Flügel aus dem Jahr 1823 als Kammermusik hörbar macht.

Dr. Andrea Klitzing (UdK Berlin)

Ästhetisch-getriebene Erkenntnisproduktion zwischen digitalen Fertigungstechnologien und dem Design
Computergestützte Entwurfs- und Fertigungswerkzeuge, wie etwa CAD-Programme in Kombination mit dem 3D-Druck, haben sich über die letzten 20 Jahren als ein integraler Bestandteil der gestalterischen Praxis von Designer*innen etabliert. Sie waren und sind der maßgebliche Ansatz für das schnelle, iterative Prototypieren oder für die Realisierung detailgetreuer, dreidimensionaler Visualisierungen. Dem Gegenüber wächst allerdings ein Interesse an den ästhetischen Potentialen dieser digitalen Techniken, ihrer inhärenten Logiken und den sinnlichen Qualitäten der verwendeten Materialien. In ihrem Vortrag zeigt die Designerin Babette Wiezorek auf welche Art eine ästhetisch- und prozessorientierte Perspektive zum Ausgangspunkt wird, um den derzeitigen Umgang mit dem Verfahren des 3D-Druckes zu hinterfragen, seine technischen Möglichkeiten über eine direkte Programmierung von nicht-planaren Fahrwegen, zu erweitern und so neuartige Gestaltungs- und Fertigungszusammenhänge zu explorieren. Dabei sind gerade die sinnlichen Eigenschaften der genutzten, keramischen Materialien, wie auch die Prozesslogik selbst zentrales Moment und Triebfeder für ihre Forschung und der damit verbundenen Erkenntnisproduktion.
Babette Wiezorek (Weißensee Kunsthochschule Berlin)

Moderation

Dr. Hannah Fitsch (TU Berlin)

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17:30 – 19:00 Uhr

Interdigital: Interdisciplinarity in Digitalization Research (Part I)
This combined workshop and panel format will repose the question of interdisicplinarity as key for conducting research in the context of digitalization. Though essential, the actual work on establishing interdisicplinary practices of researching and of knowing across disciplinary boundaries is mostly undervalued — if not neglected — in academia. Thus, this cluster wants to emphasize the rather neglected work on establishing truly integrative interdisciplinary research. With the interdisciplinary orientation of the program, the DiGiTal researchers are experts in interdisciplinarity and together with experts from the equally interdisciplinary ECDF, we will systematize our experiences. This encompasses to bring together the individual and the structural in equally mapping the chances as well as the challenges of reaching interdisciplinarity in digitalization research. Goal is to not only create an empowering momentum through sharing insights into the multi-faceted experiences of the experts gathered in an internal workshop of the postdocs and PhD candidates of the DiGiTal program (part I), but also to extract a guideline for interdisciplinarity in current research in the context of digitalization from this. The results of this sharing, mapping and extracing will be presented at the panel (part II).
Internal workshop organized by DiGiTal and the ECDF Women* in STEAM Initiative
Interdigital will pose the question of interdisciplinarity in digital research anew. Situating such a re-posing within the research across humanities, engineering and arts as it has been undertaken in the DiGiTal program, the internal workshop of postdocs and PhD candidates of the DiGiTal program will bring the participants of DiGiTal in conversation with researchers from the Women* in STEAM initiative of the ECDF with equally multi-disciplinary backgrounds. Propelling an exchange on the practicalities of interdisciplinary digital research through the experience of the participants will allow us to map current issues, including challenges as much as chances, while reflecting — not only — structural obstacles.

Tag 2 – Donnerstag 25. März

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10:00 – 10:40 Uhr

Digitaler Raum

Digitale Intimitäten
Wie wirken sich neue Technologien auf unser Liebesleben aus? Haben sie das Potenzial feministische Optionen und sexuelle Vielfalt zu fördern? Könnte die fortschreitende Digitalisierung des Sexuellen gar eine zweite sexuelle Revolution hervorbringen, und könnte sie dazu beitragen die weibliche* Lust zu stärken? Die Filmemacherin und Wissenschaftlerin Lilian Franck (ASH Berlin) lotet in ihrem Vortrag neue feministische Formen von Intimität aus.

Der Vortrag findet in deutscher Sprache statt.

Weibliche* Lust im Digitalzeitalter
Internet-Sexualität boomt. Jede 4. Suchanfrage beinhaltet Pornographie, mehr als die Hälfte der Internet-Nutzenden schauen online nach sexual-bezogenen Informationen und ein Viertel von ihnen betreibt Online-Dating.
Die Corona-Pandemie hat diesen Trend sogar noch verstärkt. Mainstream-Plattformen wie z.B. Pornhub hatten während dem ersten Lockdown eine Umsatzsteigerung von 20 %. Die Filme, die dort abrufbar sind, zeigen Sexualität vorrangig aus männlicher* Perspektive.
Trotz des wachsenden Angebotes an „Adult Sex Education“-Plattformen mit gut aufbereitetem, für alle zugänglichem Wissen, bestehen immer noch falsche Vorstellungen über die Anatomie der Klitoris, des Jungfernhäutchens und über den vaginalen Orgasmus. Und Frauen* werden weiterhin für das Ausleben sexueller Vorlieben, wie z.B. der Promiskuität stigmatisiert.
Der Vortrag gibt einen Überblick über Mythen zur weiblichen* Lust und über verschiedene Bereiche der Online-Sexualität und fragt, ob die Digitalisierung dabei helfen kann, weibliche* und männliche* Sexualität gleichberechtigter zu gestalten.
*Das Gendersternchen (*) dient als Verweis auf den Konstruktionscharakter von „Geschlecht“, d.h. geschlechtliche Identität ist nichts naturgegeben Festes.
Lilian Franck (ASH Berlin)

Moderation

Prof. Dr. Heike Wiesner (HWR Berlin)

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12:30 – 14:30 Uhr

Digitaler Raum

Feminisms in Times of Digitalization
The panel presents a variety of feminist political strategies in the context of digitalization and globalization. How do feminists in Indonesia, Mexico and Germany inhabit the digital space through their activism? Can technologies be appropriated to serve a feminist ethos, i.e. a feminist embodiment of aesthetics and politics? Do new technologies have the potential to foster queer feminist options and sexual diversity? How do feminists perform the process of digitalization? And in which ways are they shaping this territory: e.g. through creative articulation, hacking, grassroots organizing, hosting workshops on digital self defense, counter-public blogospheres and other new forms of digital feminist action? It’s our aim to share global strategies and tactics, to encourage on a network among activist communities and to find and discuss commonalities and inspirations in the feminist struggles in three different regions of the world. The panel will be held in English. There will be four presentations.
Embodying the Digital Space: A Feminist Strategy Against Violence
This presentation aims to analyze the ways in which feminist collectives are resignifying the Internet as a feminist space as well as the specific strategies they use to perform this. Based on studies of the relationship between technology and feminisms and using a digital ethnography to analyze the narrative and performative practices of five feminist collectives in Mexico, I discuss the strategy of embodying the Internet that the feminist collectives use to re-politicize violence, but also to inhabit it as a feminist political space by creating feminist contents and transgressing the divisions of public/private and digital/analog. This strategy renders visible a new repertoire of doing feminist politics in times of digitalization.
Dr. Marcela Suárez (FU Berlin)
Feminist Blogging: A Political (Self-)Practice in Digital Public Spheres
Feminist blogospheres, like other feminist networks and movements, are shaped by individuals and groups parting from diverse social_subject_positions and concepts of feminism. Feminist bloggers are making use of blogging as an activist strategy and as a technology of self, writing in a variety of genres and with different ranges of influence.
Conceptualizing blogging as a practice situated in power-relations within specific historic and local contexts, the talk will give an insight into findings from a study on feminist blogging in German-speaking countries: In what way can blogging be conceived as a public_political (self-) practice and as a means for transforming digital public spheres? Starting from the bloggers “biodigital vulnerability” (Fotopoulou 2016) and taking into consideration the digital (gender) gap as well as new forms of governmentality following from digital technologies, I will discuss, how blogging can be understood both as a threat to and an opportunity for political participation in digital society.
Nadja Damm (ASH Berlin)
Coded Feminisms in Indonesia
Today, in an ubiquitously digitized Indonesia, many feminist culture initiatives operate mainly online, target an international community, but at the same time live on the periphery. The vibrant feminist scene has got deep roots within the independence struggle against colonial powers and a million strong feminist movement that emerged in the 1950s. Back then female students joined forces with farmers, educators and artists. Together they set up grass root groups for mutual self-help, culture activities, literacy workshops, thus steadily building up a solid collective infrastructure. The most outspoken group among these feminist organizations was Gerwani. All their ideas, activities and knowledge sharing platforms got banned in 1965, thousands of their members got murdered. Decades of state propaganda led to their continuing stigmatization and made it necessary to codify their activism. Young Indonesian feminists today have to position themselves towards this past, find their own strategies of being visible (online) while not getting too exposed and how to protect themselves. I collected interviews with surviving Gerwani members and young feminist Indonesians on Java. At the end of this art-based research project I will create an animated documentary movie.
Dr. Stefanie Wuschitz (TU Berlin)
Sextech für alle! Oder: Wieso es feministische Sexroboter braucht!
Aktuelle Sexrobotermodelle orientieren sich fast ausnahmslos an einem extrem übersteigerten, stereotypen und hypersexualisierten Weiblichkeitsideal. Mit feministischen Forderungen nach einer Auflösung von androzentrischer Machtverteilung und der Dekonstruktion heteronormativer Zweigeschlechtlichkeit und heterosexueller Normsexualität scheint die Idee des Sexroboters daher unvereinbar zu sein.
Trotz der offensichtlich in Technik implementierten antifeministischen Tendenzen appelliere ich nicht für eine Verbannung von Sexrobotern, sondern plädiere vielmehr für eine radikal, feministische Aneignung und Umdeutung des Konzepts Sexroboter.
Können durch die feministische Neukonstruktion von Maschinen tradierte Vorstellungen aufgebrochen und bestehende Konstellationen neu gedacht werden? Der Vortrag analysiert sexistische und rassistische Einschreibungen in der aktuellen Technikkonstruktion und diskutiert, ob das Leben und Lieben mit Robotern zu einer neuen, queeren Option von Beziehung und Befriedigung führen kann.
Dr. Tanja Kubes (TU Berlin)

Moderation

Prof. Dr. Juliane Siegeris (HTW Berlin)

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15:30 – 17:30 Uhr

Digitaler Raum

(Post)Digital Narration and Artificial Communication
(EN) It’s a new time and a new place, the digital era is here and it has changed the way we interact, engage, think and perceive. From the performative arts where a digital lifestyle opens new means of narration, virtual thinking and storytelling, over digital curatorial practice, to artificial intelligence supporting and taking on a brands communication, this cluster aims to examine storytelling and communication in a (post)digital world.

(DE) Es ist eine neue Zeit und ein neuer Ort, das digitale Zeitalter ist da, und es hat die Art und Weise, wie wir interagieren, uns engagieren, denken und wahrnehmen, verändert. Von den performativen Künsten, denen ein digitalisierter Alltag eine neue Art des Denkens und Erzählens eröffnet, über digitale kuratorische Praxis, bis hin zu künstlicher Intelligenz, die die Kommunikation einer Marke unterstützt und sogar Teilweise übernimmt – das Cluster untersucht Möglichkeiten des Erzählens und Kommunizierens in einer (post)digitalen Welt.

Branding and Artificial Intelligence: Artificial Brand Voice
Artificial intelligence (AI) is seeing increasing integrations within the field of branding. In the form of written texts alone, product descriptions, recommender texts, item pages, chat messages, and further formats have been generated using AI. But the question arising is whether consumers can indeed identify the text as non-human and when they are made aware that what is presented to them is AI-generated, can it still be considered authentic to the brand and its already established brand voice?
Alexandra Kirkby (HWR Berlin)
Bridging the gap - (Bio)bodies in virtual spaces
Performative Kunst beruht auf sozialer Interaktion und Körpern als vorrangige Werkzeuge. Ich möchte Möglichkeiten vorstellen, wie sich der Körper als performatives Medium trotz physischer Distanz einbeziehen lässt.  Mit Hilfe von Sensoren und Aktuatoren kann ein performativer Kreislauf erstellt, sinnliche Erfahrung generiert und gleichzeitig über digitale Plattformen eine sozialer Austausch und aktive Teilnahme möglich werden. Wie verändert sich die Form des Erzählens und Erfahrens durch diese digitalen Schnittstellen? Wie können sie als Erweiterungen einer vornehmlich physischen Kunstpraxis verstanden und genutzt werden?
Performative art relies on social interaction and bodies as primary tools. I would like to present ways to engage the body as a performative medium despite physical distance. Sensors and actuators can be used to create a performative circuit, generating sensory experience while enabling social exchange and active participation via digital platforms. How do these digital interfaces change the way how we experience and tell stories? How can they be understood and used as extensions of a primarily physical art practice?
Janne Nora Kummer (HfS Ernst Busch)
Wessen Geschichte? Narrative in der (post-)digitalen Kunst- und Kulturvermittlung
Nina Simon, eine Vordenkerin im Bereich der musealen (Kunst- und Kultur-)Vermittlung, schlug schon 2008 in ihrem Buch „The Participatory Museum“ vor, dass das Museum vom „content provider zum platform provider“ werden solle. Das hieße, dass es nicht nur Inhalte, etwa Ausstellungen, zur Verfügung stellen solle, die die „Nutzer*in“ dann „konsumieren“ kann, sondern sich auch als „Plattform“ begreift, in der diverse communities in Austausch miteinander kommen – und die Institution mit gestalten – können.
In meinem Vortrag stelle ich am Beispiel ausgewählter außereuropäischer, ethnologischer Sammlungen vor, wessen Geschichte sich aber dennoch immer wieder reproduziert, wie sich dies ändern könnte und was „das“ Digitale an transformativem Potential für neue Narrative in Museen bereithält.
Yvonne Zindel (UdK Berlin)
Darstellung von textbasierter Kunst im digitalen Zeit-Raum
In der visuellen Kunst wurde schon oft die Schnittstelle zwischen Bedeutung und Zeichen der Schrift untersucht. So hat man mittels Neonschildern, Schreibmaschinen, Malerei und Film die visuelle Eigenschaft von Schrift benutzt, um konkrete Poesie zu entwickeln. Ziel meines Forschungsvorhabens ist es, die Immaterialität digitaler Schrift zu thematisieren. Digitale Texte sind flüchtig – sie beinhalten einen Takt, eine Entwicklung in der Zeit. Wenn auf einem Monitor ein Satz steht, ist dies nur eine Täuschung: in Wahrheit pulsiert der abgebildete Text so schnell, dass man es kaum wahrnehmen kann. Diese „Zeitlichkeit“ ist eine spezielle Eigenschaft digitaler Schrift. In der Tradition der konkreten Poesie habe ich diese Eigenschaft künstlerisch erforscht und dazu verwendet, textbasierte Kunst im digitalen Raum zu schaffen. Parallel dazu habe ich ein spezielles Display entwickelt, um darauf die digitale Textarbeiten zu zeigen. In meinem Vortrag werde ich den Forschungsstand präsentieren.
Elisa Storelli (UdK Berlin)
Das narrative Selbst: Digitaler Film in der Psychotherapie
Ausgehend von Ansätzen der intermedialen Erzähltheorie einerseits und dem Konzept des narrativen Selbst nach Daniel Stern andererseits gehe ich exemplarisch der Frage nach, wie sich Patient*innen erzählend selbst her- und darstellen. Hierbei stehen ästhetische Aspekte im Zentrum sowie ein konkretes Beispiel aus meiner psychotherapeutischen Praxis. Es stellt sich die Frage nach Handlungsmacht im und durch das Narrativ am Beispiel von digitalem Film.
Silke Hilgers (EHB)

Panel und Diskussion

Moderation

Prof. Dr. Sebastian Schädler (EHB)

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17:45 – 19:15 Uhr

Digitaler Raum

Interdigital: Interdisciplinarity in Digitalization Research
The panel (open to the public) will present and debate insights into the results of the workshop with an emphasis on generating an empowering momentum from our experiences for articulating current needs, ranging from innovative methods to diverse practices of knowing to new spaces of interdisciplinary knowledge production.

Taking Stock: Panel Discussion on Interdisciplinarity

DiGiTal and the ECDF Women* in STEAM Initiative

Moderation

Dr. Pat Treusch (TU Berlin), Prof. Dr. Helena Mihaljević (HTW Berlin)

Tag 3 – Freitag 26. März

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10:00 – 11:15 Uhr

Digitaler Raum

Digitalization of the Future and the Past
In the Cluster “Digitalization of the Future and the Past” we will have look on the digitalized future, which not only means brand-new technologies for our future but also even for the comprehension and preservation of the Earth history. The application of digitization techniques has led to the improvement of the curation and preservation of our Cultural and Natural Heritage, as well as to the development of new and innovative research projects, which help us to better comprehend the past and current Natural world. On the other hand, the characteristics of the future power grid will be highlighted. What does it mean the increasing number of renewable energies in our conventional power system? What are the challenges to overcome to use the most of the available green energy resources in our power system? How can the integration of green energy in the power system contribute to climate targets and save our planet for future generations?
Digitizing our Natural History: new challenges for classical institutions
With a look into the past, Dr. Verónica Díez Díaz (Museum für Naturkunde, Berlin) will give an insight into her research on digitization techniques at natural history collections. The presentation will familiarise the audience with digitization efforts at European scientific institutions (such as ICEDIG and DISSCO). As an example, the digitization strategy of the Museum für Naturkunde Berlin will be presented, focusing on the entomology and the vertebrate fossil collections. The aim of the lecture is to show how the above-mentioned institutions preserve and protect the World Heritage using innovative techniques such as digitization, and present some examples on how can researchers develop scientific projects with these digital outcomes. Questions about techniques, protocols and guidelines, difficulties, Open Science and publication and access of 3D models (Copyright), repositories will be addressed.
Dr. Verónica Díez Díaz (HU Berlin)
Challenges toward integration of renewable energies in power system
The increasing human population speeds up the global energy demand and hence the effects of carbon based fuels on the climate of our planet. Therefore, other energy sources need to be exploited in order to satisfy the thirst for energy and mitigate the climate change at the same time. Thus, renewable energy sources like wind or solar power attract great attention. However, due to their fluctuating characteristics new challenges are emerged. M.Sc. Laila Rezai (HTW Berlin), who is pursuing her doctorate on the harmonic stability at converter-based power system, will explain the audience, what changes bring renewable energies to the conventional power systems, subsequent a general overview of the challenges, which to be overcome to access more green energy in our home at the future. In addition, there is a short video presentation of a fully automated and real-time test bench at HTW Berlin, which was built as part of the wind power plant project and offers a unique realistic test option for research in Integration of renewable energy at university level.
Laila Rezai (HTW Berlin)

Moderation

Prof. Dr. Susann Fegter (TU Berlin)

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12:30 – 16:00 Uhr

Digitaler Raum

Lebenslanges Lernen in der digitalen Welt
Digitalisierung birgt für alle gesellschaftlichen TeilnehmerInnen eine erhöhte Chance zur kulturellen, sozialen und politischen Teilhabe. Sie schwebt als abstrakter Begriff jedoch nicht nur über der Arbeitswelt, sondern ebenso über der privaten.
Im Cluster „Lebenslanges Lernen in digitaler Welt“ befassen wir uns zum einen mit Lernkonzepten und zum anderen mit konkreten Beispielen digitaler Verfahren, die zu einem Lernprozess auf unterschiedlichen Ebenen geführt haben: Von Subjektivierungsprozessen im Kleinkindalter, Lernen innerhalb der beruflichen Aus- und Weiterbildung, über Teilhabeprozesse in unseren Konsumentscheidungen hin zu Vereinfachungen des Arbeitsalltages durch Simulation – Das Lernen in digitaler Welt endet meist nicht mit einem Bildungsabschluss, einem Forschungsbericht oder einer Projektfertigstellung. Lernen ist zu großen Teilen informell. Die Digitalisierung kann bei Offenheit gegenüber Neuem dazu beitragen, ein lebenslanges Lernen und die Teilhabe in unterschiedlichsten Bereichen des Lebens zu ermöglichen.
Subjektivierungsprozesse bei Kindern – kindspezifische Interviews mit digitalen Sprachassistent*innen
Frederike Ruhl will in ihrem Beitrag das methodische Vorgehen für ihr Forschungsvorhaben diskutieren und wird dazu verschiedene Interviews führen. Ziel der Forschungsarbeit ist es unter anderem theoretische wie methodische Bausteine für eine künftige Subjektivierungstheorie zu entwickeln, welche die Effekte der Digitalisierung auf Bildungsprozesse berücksichtigt. Im Fokus steht dabei die noch marginal erforschte Altersstufe der 4- bis 6- Jährigen. Als Erhebungsinstrument sollen digitale Sprachassistent*innen eingesetzt werden – als Weiterentwicklung der Methode des kindspezifischen Puppet Interviews.
Frederike Ruhl (EHB)
Einsichten und Aussichten - Digitalisierung der Mode
Die beiden Bekleidungstechnikerinnen Claudia Heller und Laura Tihon geben einen persönlichen Einblick in Berufsfelder und Themenschwerpunkte der Modebranche: Wie gestaltet sich die berufliche Ausbildung, um Studierende auf die Herausforderungen einer globalen Bekleidungswirtschaft vorzubereiten? Wie wird die Digitalisierung Produktentwicklungsprozesse verändern? Welche Forschungsschwerpunkte und Megatrends beeinflussen die Branche und welchen Einfluss hat der Konsument_in auf die Langlebigkeit ihrer Bekleidung?
Claudia Heller (HTW Berlin), Laura Tihon (HTW Berlin)
Digitale Technologien im Ingenieur*innenalltag
Sabine Przybilla stellt die Veränderung im Ingenieur*innenalltag insbesondere im Hinblick auf die zunehmende Verwendung von Simulation anstatt von experimentellen Untersuchungen dar. Als Beispiel dient ihre eigene Forschungsarbeit, die die numerische Simulation von Phänomenen im Waschprozess zum Thema hat und in Kooperation mit der BSH Hausgeräte GmbH und dem Softwareunternehmen dive solutions GmbH durchgeführt wird. Ergänzend ist das gemeinsame Erstellen einer Simulation geplant, um einen Eindruck über die Herausforderungen beim Erlernen neuer Technologien zu erlangen.
Sabine Przybilla (Beuth Hochschule)
Perspektiven für das Lernen mit anpassungsfähigen Lernsystemen zwischen 45-65 Jahre
Je älter wir werden, desto unterschiedlicher werden unser Erfahrungsschatz, unser Wissen, unsere beruflichen und privaten Netzwerke, unsere Lebensumwelt und damit auch unsere Ansprüche, Notwendigkeiten und Bedürfnisse an die eigene Weiterbildung, um „am Ball“ oder „Puls der Zeit“ zu bleiben. Lernende im Alter von 45-65 Jahre stehen meist fest im Arbeitsleben und blicken auf einen breiten Erfahrungsschatz zurück. Wissen und Kompetenzen werden größtenteils informell am Arbeitsplatz erworben. Christiane Naumann stellt Thesen für ein individualisiertes, anpassungsfähiges Lernsystem vor und lädt Lernende dieser Altersgruppe ein mit ihr über Anforderungen und Bedürfnisse an ein solches Lernsystem zu diskutieren. Ziel des Austausches ist die Entwicklung eines ersten Prototyps für ein anpassungsfähiges Lernsystem im Verlauf des Forschungsvorhabens.
Christiane Naumann (HTW Berlin)

Let´s Talk: Bedeutung von Lernen in digitaler Zeit

Frederike Ruhl (EHB), Claudia Heller (HTW Berlin), Sabine Przybilla (Beuth Hochschule), Christiane Naumann (HTW Berlin)

Moderation

Sabine Przybilla (Beuth Hochschule), Claudia Heller (HTW Berlin)

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16:00 – 16:30 Uhr

Digitaler Raum

Gemeinsamer Abschluss

Wissenschaftlicher Beirat DiGiTal

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